Nur Mut zum Mut: Lehren mit Online-Werkzeugen wagen bedeutet, auch mal mutig sein zu müssen

10 09 2010

Nach unserem Aufruf haben sich einige Lehrende und (leider nur) eine Studierende gemeldet, um von Ihren Erfahrungen mit dem Einsatz von Web 2.0 im Hochschulkontext zu berichten. Aus diesen Praxisberichten, die sich alle an unseren Leitfragen orientierten, möchten wir nun die Grundlage für unseren Artikel schaffen.

Wir haben uns alle Praxisberichte angesehen und nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden gesucht. Das haben wir – um zu sehen, wie ähnlich oder unterschiedlich die Ergebnisse sind – getrennt gemacht und uns erst hinterher zusammengesetzt und unsere Ergebnisse verglichen. Obwohl wir unterschiedliche Methoden gewählt haben, beide tabellarisch, aber doch unterschiedlich, sind wir zu sehr ähnlichen Ergebnissen gekommen. Wir haben uns in bezug auf die Praxisberichte der Lehrenden angesehen:

  • Eingesetzte Werkzeuge
  • Einsatzmöglichkeiten
  • Vorbereitung des Einsatzes
  • Zusammenarbeit mit den Studierenden
  • Feedback
  • Wahrgenommene Vorteile
  • Wahrgenommene Nachteile
  • Konsequenzen
  • Verbesserungsmöglichkeiten
  • Gewünschte Unterstützung
  • Zukünftiger Einsatz
  • Benötige Fähigkeiten der Lehrenden
  • Benötige Fähigkeiten der Studierenden

Die Praxisberichte waren in mehrfacher Hinsicht interessant. Nicht nur, dass das Spektrum der eingesetzten Werkzeuge und damit auch das Verständnis von „Web 2.0-Tools“ sehr unterschiedlich und vielseitig waren, auch die Tools, die von mehren Praktikern eingesetzt wurden erfuhren einen sehr unterschiedlichen Einsatz in den Lehrveranstaltungen. Eine Sache, die uns in den Antworten sowohl der Lehrenden als auch der Studierenden zu verschiedenen Bereichen (sowohl bei den notwendigen Fähigkeiten der Lehrenden als auch Studierenden sowie z.B. bei der Zusammenarbeit oder dem Feedback durch die Studierenden) auffiel, ist die häufige Angabe, dass man für neue Dinge und Möglichkeiten offen sein sollte und den Einsatz solcher Tools wagen muss – in einem Satz: Dass man Mut braucht, um Web 2.0 (egal, welches Tool und welches Fachgebiet) in der Lehre und zum Lernen einzusetzen. Wir haben aus den Praxisberichten die These entwickelt, dass der Einsatz von Web 2.0 in der Lehre in vielfacher Hinsicht Mut benötigt – und haben zu dieser These vier Bereiche identifiziert und Teilthesen entwickelt, auf denen wir unseren Artikel aufbauen möchten. Diese möchten wir aber zunächst hier im Blog mit Euch diskutieren und stellen jede Teilthese in einem Blogartikel vor und damit zur Diskussion:

Der Einsatz von Web 2.0 in der universitären Lehre benötigt von Seiten der Lehrenden und der Studierenden

Bitte diskutiert die vier Thesen bis zum 30.09. in den jeweiligen Blogartikeln – wir sind gespannt, ob Ihr mutig genug seid, unsere Mut-Konstrukte zu kritisieren oder zu unterstützen 😉

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Mut zur Neugierde

10 09 2010

Der Einsatz von Web 2.0 in der universitären Lehre benötigt von Seiten der Lehrenden und der Studierenden Mut zur Neugierde.

Hat der Lehrende nicht den Mut, sich mit neuen Webapplikationen zu beschäftigen und auseinanderzusetzen, damit vielleicht ab und zu an die eigenen Grenzen zu stoßen (siehe auch „Mut zum Fehler-Machen“) und sich auf Neuerungen für die eigenen Kenntnisse und die eigene Lehre oder das eigene Lernen einzulassen, kann der Einsatz von Web 2.0 zum kollaborativen Lernen kaum gelingen.  Für die Lehrenden bedeutet dies, dass sie sich mit vielleicht komplett unbekannten Werkzeugen und Konzepten beschäftigen müssen, für die Studierenden, dass Sie die oftmals bekannten Web 2.0-Werkzeuge nicht nur in Ihrer Freizeit benutzen, um z.B. mit Freunden über das Internet via Skype zu telefonieren, sondern auch zum (kooperativen) Lernen.

Wir haben die Notwendigkeit des Muts zur Neugierde in verschiedenen Zusammenhängen in den Praxisberichten wiedergefunden. So nennt Sandra Hofhues sie als notwendige Fähigkeit der Lehrenden:

„Ich selbst versuche, nicht stehen zu bleiben, d.h. mich ständig über neue Entwicklungen im E-Learning auf dem Laufenden zu halten und gleichzeitig den Mut zu bewahren, permanent neue Werkzeuge auszuprobieren (auch auf die Gefahr hin, hin und wieder mit dem Medieneinsatz zu scheitern).“

Luka Peters nennt die Experimentierfreude als Fähigkeit, die Studierende mitbringen sollten:

Der Einsatz dieser Tools für die Erreichung der eigenen Lernziele ist aber noch ungewohnt. Daher ist neben einem guten Maß Experimentierfreude auch eine klare Lernzieldefinition und eine regelmäßige begleitende Evaluation dazu wichtig.

Dies fasst Oliver Tacke mit der folgenden Aussage zusammen:

„Die Studierenden konnten sich problemlos die Bedienung des Wikis selbst aneignen. Allgemein: Potenziale erkennen, die im Web 2.0 stecken – selbst Inhalte produzieren, Wissen mit anderen teilen und neues konstruieren und dabei selbst lernen. Setzt aber sicher oft eine Einstellungsänderung der Lehrenden voraus.“

Auch im studentischen Beitrag von Svenja Vozenilek findet sich die Forderung nach Mut zur Neugierde bei den notwendigen Fähigkeiten von Lehrenden und Studierenden wieder.

„Abgesehen von einer gewissen technischen Kompetenz und der Offenheit für Neues auf beiden Seiten sehe ich nichts, was jetzt Web 2.0-spezifisch wäre.“





Mut zur Hilflosigkeit oder Hilfsbedürftigkeit

10 09 2010

Der Einsatz von Web 2.0 in der universitären Lehre benötigt von Seiten der Lehrenden und der Studierenden Mut zur Hilflosigkeit oder Hilfsbedürftigkeit.

Verbunden mit dem Mut zur Neugierde und der Beschäftigung mit für viele ganz neuen Technologien ist auch die Notwendigkeit, Mut zur Hilflosigkeit zu haben, auch mal nicht weiter zu wissen, sich helfen zu lassen und Unterstützung an den Punkten zu erhalten, an denen man so ohne Weiteres einfach nicht weiter weiß. Mut zur Hilflosigkeit mag bei Lehrenden und Studierenden verschieden aussehen, spielt aber bei beiden Gruppen eine wesentliche Rolle.

Studierende kennen sich, wenn wir den Praxisberichten glauben, grundsätzlich gut mit den Web 2.0-Techniken aus, benötigen aber dennoch Hilfe und Unterstützung, wenn es darum geht, diese für das alleinige oder gemeinsame Lernen einzusetzen:

„Die Zusammenarbeit verhält sich von Seminar zu Seminar unterschiedlich und auch die Tools „funktionieren“ unterschiedlich gut. Tendenziell klappt der Austausch von Informationen gut – dies sind die Studierenden gewohnt und passt in ihr Bild von Universität. Komplizierter wird es, sobald Reflexions- und Gruppenaustauschprozesse angestoßen werden sollen. Hierin wird zunächst kein Sinn gesehen bzw. es ist erhebliches Eingreifen durch Lehrende/Tutoren notwendig.“ (Sandra Hofhues)

Oder, wie der Bericht von Luka Peters zeigt, die Angst vor Blamage führt zur Vorsicht beim Einsetzen der Tools für das Lernen:

Besonders die Arbeit mit dem Wiki wurde als Herausforderung bezeichnet. Wie auch beim Blog hatten manche Angst davor, sich vor anderen „zu blamieren“.“

So müssen sich Studierende vielleicht Kommilitonen oder aber ihren Lehrenden gegenüber als ahnungslos oder hilflos offenbaren. Das Einholen von Unterstützung kann Überwindung kosten, vor allem, wenn Kommilitonen als potentielle Konkurrenten oder Lehrende mehr als Prüfer denn als Lernunterstützer gesehen werden – was sicherlich auch vom Klima in der Gruppe und zwischen Lehrendem und Studierendem  abhängt. Ist es positiv, kann dies zu einer vielleicht unerwarteten Offenheit führen, wie der Praxisbericht von Luka Peters zeigt:

„Die Studierenden sind zum Teil anfangs mit einer gewissen Scheu an den aktiven, produktiven Einsatz der Anwendungen herangegangen, haben aber immer ihre Aufgaben bewältigt. Ich habe die Offenheit, mit der Fragen gestellt wurden, sehr positiv erlebt, es hatte niemand Angst sein oder ihr Gesicht zu verlieren.“

Aber gerade auch für Lehrende kann Hilflosigkeit eine fast unüberwindbare Mauer darstellen, die dann vielleicht sogar dazu führt, dass Web 2.0 gar nicht erst für die Lehre in Erwägung gezogen wird. Sich gegenüber Kollegen, einer zur Unterstützung von Lehrenden ins Leben gerufenen Einrichtung wie der Hochschuldidaktik oder der E-Learning-Einrichtung oder sogar Studierenden einzugestehen, dass man nicht weiter weiß und Unterstützung bei der Umsetzung oder Veränderung der eigenen Lehre benötigt, kann schwer sein.  Noch stärker als Studiereden sehen sich Lehrende dem Druck ausgesetzt, alles kennen und können zu müssen. Dabei sind sicherlich Grundkenntnisse vor dem  eigentlichen Einsatz in der Veranstaltung notwendig:

„Lehrender sollte natürlich Erfahrung mit Wikis haben“ (Oliver Tacke)

„Ich selber muss kompetent in der Handhabe des Werkzeugs sein, hinsichtlich der Aufgabenstellung konkret und eindeutig sein und zuverlässig Feedback geben.“
(Sandra Niemeier)

Dies wird auch von den Studierenden eingefordert, wie Svenja Vozenilek in Ihrem Bericht verdeutlicht:

„Lehrende müssen schon selbst halbwegs fit in den Anwendungen sein, die sie einsetzen wollen und dürfen nicht erwarten, dass der Input da nur von den Studis kommt.“

Die Hilflosigkeit kann aber ja beim Lehrenden nicht erst in der Lehr-Lernsituation entstehen,  sondern lange vorher: Wen frage ich, wenn ich jetzt was mit Blogs machen möchte? Ist es schlimm, wenn ich mal nicht weiß, wie man im Wiki etwas formatiert? Auch Kollegen oder hochschuldidaktische Beratung diesbezüglich in Anspruch zu nehmen, kann Mut erfordern.  Wichtig ist hierfür unserer Meinung nach nicht nur eine grundlegende Versorgung mit Weiterbildungsangeboten, sondern vor allem die individuelle Beratung der Lehrenden (vgl.  Kaltenbaek 2009, S. 385).

Kaltenbaek, J. (2009). Hochschule Online – Online lehren und lernen in der Hochschule. In L. J. Issing & P. Klimsa (Eds.), Online-Lernen. Handbuch für Wissenschaft und Praxis (pp. 367–388). München: Oldenbourg.





Mut zum Fehler machen

10 09 2010

Der Einsatz von Web 2.0 in der universitären Lehre benötigt von Seiten der Lehrenden und der Studierenden Mut zum Fehler machen.

Der Einsatz von Wikis, Blogs und Co. bringt die Wahrscheinlichkeit mit sich, dass man Fehler macht; ganz einfach aufgrund des Neuigkeitswerts in Bezug auf die Technik selbst, aber auch in Bezug auf deren methodischen Einsatz in der Lehre. Sowohl Lehrende als auch Studierende haben noch keine oder wenig Erfahrung mit den Konsequenzen des Technikeinsatzes: auf technischer Ebene, auf der der Lehr-Lernprozesse und der damit verbundenen Lehr-Lernumwelt.

Es kann durchaus passieren, dass Lehrende bei der Aufgabengestaltung Fehler machen. Zum Beispiel sind Online- und Präsenzarbeitsphasen vielleicht nicht bis ins Detail durchdacht, was in der Praxis zu Missverständnissen oder Redundanzen führen kann. Oder die Auswahl des Web 2.0 Tools ist nicht angemessen für den beabsichtigten Lernprozess, was eventuell zu Unmut oder Unverständnis seitens der Studierenden führen kann. Hier ist es wichtig, dass sie Lehrende immer vor Augen führen, dass es okay ist, solche Fehler zu machen. Ebenso wichtig ist es dann natürlich, sich in einen ständigen Evaluationsprozess (auch im Austausch mit den Studierenden) zu begeben, um zukünftige Fehler zu vermeiden und das Lehr-Lernkonzept zu verbessern.

„Ich selbst versuche, nicht stehen zu bleiben, d.h. mich ständig über neue Entwicklungen im E-Learning auf dem Laufenden zu halten und gleichzeitig den Mut zu bewahren, permanent neue Werkzeuge auszuprobieren (auch auf die Gefahr hin, hin und wieder mit dem Medieneinsatz zu scheitern).“ (Sandra Hofhues)

Für Studierende ist es zwar selbstverständlicher, insbesondere inhaltliche Fehler machen zu dürfen, jedoch benötigen sie auch hier den Mut zum Fehler machen in Hinblick auf das Betreten neuer Lernwege. Besonders das dialogorientierte Lernen im Netzwerk (siehe Mut zur Kooperation) bringt oftmals Fehler mit sich, die dadurch entstehen, dass entsprechende Verhaltensweisen und Kulturen (noch) nicht gewachsen sind. So passiert es, dass Studierende ihre Gewohnheit, „auf dem letzten Drücker“ zu arbeiten, noch nicht abgelegt haben, obwohl das Arbeiten im Wiki beispielsweise besser in einem kontinuierlichen Entwicklungsprozess funktioniert.

„Nachteilig empfand ich, dass Studierende (offenbar aus chronischem Zeitmangel) zunächst wenig im Wiki arbeiten, und erst kurz vor Ende der Abgabefrist jeder Aufgabe exzessiv im Wiki-Artikel schreiben.“ (Sarah Niemeier)

Dies mag man zwar nicht als fehlerhaftes Verhalten beschreiben, dennoch werden dadurch eigentliche Lernprozesse erst gar nicht erlebt: Im Prozess bereits den produzierten Inhalt zu reflektieren, von anderen Beiträgen zu lernen, diese an- oder abzulehnen und daraus neuen Inhalt zu konstruieren. Hierzu gehört natürlich auch die Fähigkeit, den Lernprozess reflektieren zu können, um die Fehler zu entdecken und entsprechend korrigieren zu können.

Der Einsatz von Web 2.0 in der universitären Lehre benötigt von Seiten der Lehrenden und der Studierenden Mut zum Fehler machen.

Der Einsatz von Wikis, Blogs und Co. bringt die Wahrscheinlichkeit mit sich, dass man Fehler macht; ganz einfach aufgrund des Neuigkeitswerts in Bezug auf die Technik selbst, aber auch in Bezug auf deren methodischen Einsatz in der Lehre. Sowohl Lehrende als auch Studierende haben noch keine oder wenig Erfahrung mit den Konsequenzen des Technikeinsatzes: auf technischer Ebene, auf der der Lehr-Lernprozesse und der damit verbundenen Lehr-Lernumwelt.

Es kann durchaus passieren, dass Lehrende bei der Aufgabengestaltung Fehler machen. Zum Beispiel sind Online- und Präsenzarbeitsphasen vielleicht nicht bis ins Detail durchdacht, was in der Praxis zu Missverständnissen oder Redundanzen führen kann. Oder die Auswahl des Web 2.0 Tools ist nicht angemessen für den beabsichtigten Lernprozess, was eventuell zu Unmut oder Unverständnis seitens der Studierenden führen kann. Hier ist es wichtig, dass sie Lehrende immer vor Augen führen, dass es okay ist, solche Fehler zu machen. Ebenso wichtig ist es dann natürlich, sich in einen ständigen Evaluationsprozess (auch im Austausch mit den Studierenden) zu begeben, um zukünftige Fehler zu vermeiden und das Lehr-Lernkonzept zu verbessern.

„Ich selbst versuche, nicht stehen zu bleiben, d.h. mich ständig über neue Entwicklungen im E-Learning auf dem Laufenden zu halten und gleichzeitig den Mut zu bewahren, permanent neue Werkzeuge auszuprobieren (auch auf die Gefahr hin, hin und wieder mit dem Medieneinsatz zu scheitern).“

(Sandra Hofhues)

Für Studierende ist es zwar selbstverständlicher, insbesondere inhaltliche Fehler machen zu dürfen, jedoch benötigen sie auch hier den Mut zum Fehler machen in Hinblick auf das Betreten neuer Lernwege. Besonders das dialogorientierte Lernen im Netzwerk (siehe Mut zur Kooperation) bringt oftmals Fehler mit sich, die dadurch entstehen, dass entsprechende Verhaltensweisen und Kulturen (noch) nicht gewachsen sind. So passiert es, dass Studierende ihre Gewohnheit, „auf dem letzten Drücker“ zu arbeiten, noch nicht abgelegt haben, obwohl das Arbeiten im Wiki beispielsweise besser in einem kontinuierlichen Entwicklungsprozess funktioniert.

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Der Einsatz von Web 2.0 in der universitären Lehre benötigt von Seiten der Lehrenden und der Studierenden Mut zum Fehler machen.

Der Einsatz von Wikis, Blogs und Co. bringt die Wahrscheinlichkeit mit sich, dass man Fehler macht; ganz einfach aufgrund des Neuigkeitswerts in Bezug auf die Technik selbst, aber auch in Bezug auf deren methodischen Einsatz in der Lehre. Sowohl Lehrende als auch Studierende haben noch keine oder wenig Erfahrung mit den Konsequenzen des Technikeinsatzes: auf technischer Ebene, auf der der Lehr-Lernprozesse und der damit verbundenen Lehr-Lernumwelt.

Es kann durchaus passieren, dass Lehrende bei der Aufgabengestaltung Fehler machen. Zum Beispiel sind Online- und Präsenzarbeitsphasen vielleicht nicht bis ins Detail durchdacht, was in der Praxis zu Missverständnissen oder Redundanzen führen kann. Oder die Auswahl des Web 2.0 Tools ist nicht angemessen für den beabsichtigten Lernprozess, was eventuell zu Unmut oder Unverständnis seitens der Studierenden führen kann. Hier ist es wichtig, dass sie Lehrende immer vor Augen führen, dass es okay ist, solche Fehler zu machen. Ebenso wichtig ist es dann natürlich, sich in einen ständigen Evaluationsprozess (auch im Austausch mit den Studierenden) zu begeben, um zukünftige Fehler zu vermeiden und das Lehr-Lernkonzept zu verbessern.

„Ich selbst versuche, nicht stehen zu bleiben, d.h. mich ständig über neue Entwicklungen im E-Learning auf dem Laufenden zu halten und gleichzeitig den Mut zu bewahren, permanent neue Werkzeuge auszuprobieren (auch auf die Gefahr hin, hin und wieder mit dem Medieneinsatz zu scheitern).“

(Sandra Hofhues)

Für Studierende ist es zwar selbstverständlicher, insbesondere inhaltliche Fehler machen zu dürfen, jedoch benötigen sie auch hier den Mut zum Fehler machen in Hinblick auf das Betreten neuer Lernwege. Besonders das dialogorientierte Lernen im Netzwerk (siehe Mut zur Kooperation) bringt oftmals Fehler mit sich, die dadurch entstehen, dass entsprechende Verhaltensweisen und Kulturen (noch) nicht gewachsen sind. So passiert es, dass Studierende ihre Gewohnheit, „auf dem letzten Drücker“ zu arbeiten, noch nicht abgelegt haben, obwohl das Arbeiten im Wiki beispielsweise besser in einem kontinuierlichen Entwicklungsprozess funktioniert.

„Nachteilig empfand ich, dass Studierende (offenbar aus chronischem Zeitmangel) zunächst wenig im Wiki arbeiten, und erst kurz vor Ende der Abgabefrist jeder Aufgabe exzessiv im Wiki-Artikel schreiben.“

(Sarah Niemeier)

Dies mag man zwar nicht als fehlerhaftes Verhalten beschreiben, dennoch werden dadurch eigentliche Lernprozesse erst gar nicht erlebt: Im Prozess bereits den produzierten Inhalt zu reflektieren, von anderen Beiträgen zu lernen, diese an- oder abzulehnen und daraus neuen Inhalt zu konstruieren. Hierzu gehört natürlich auch die Fähigkeit, den Lernprozess reflektieren zu können, um die Fehler zu entdecken und entsprechend korrigieren zu können.

ch, dass Studierende (offenbar aus chronischem Zeitmangel) zunächst wenig im Wiki arbeiten, und erst kurz vor Ende der Abgabefrist jeder Aufgabe exzessiv im Wiki-Artikel schreiben.“

(Sarah Niemeier)

Dies mag man zwar nicht als fehlerhaftes Verhalten beschreiben, dennoch werden dadurch eigentliche Lernprozesse erst gar nicht erlebt: Im Prozess bereits den produzierten Inhalt zu reflektieren, von anderen Beiträgen zu lernen, diese an- oder abzulehnen und daraus neuen Inhalt zu konstruieren. Hierzu gehört natürlich auch die Fähigkeit, den Lernprozess reflektieren zu können, um die Fehler zu entdecken und entsprechend korrigieren zu können.





Mut zur Kooperation

10 09 2010

Der Einsatz von Web 2.0 in der universitären Lehre benötigt von Seiten der Lehrenden und der Studierenden Mut zur Kooperation.

Mit dem „Shift from Teaching to Learning“ (vgl. Behrendt 1999, 2002, Wildt 2006), der sich in der Hochschule derzeit vollzieht, verlagert sich der Fokus von Lehren und Lernen auf die „Learning Outcomes“. Anstatt sich wie in der bislang geläufigsten Form der Lehre auf den „Input“ durch den Dozenten oder die Dozentin zu konzentrieren, was auf eine starke Inhaltsorientierung hinausläuft, wird es wichtig, „den Blick (…) auf die Ergebnisse des Lernens („Output-Orientierung“, „Learning-Outcomes“)  und die Strategien, mit denen sie erreicht werden“ (Wildt 2006, 2), zu lenken. Mit anderen Worten erhalten auch die Verarbeitungsmethoden und -wege der Inhalte durch die Lernenden einen höheren Stellenwert als bislang.

Gerade beim Einsatz von Methoden befindet sich das Studium durch den „Shift“ im Wandel. Die sozialen und kulturellen Aspekte des Lernens gewinnen an Bedeutung (vgl. Erpenbeck & Sauter 2007, 177), da der kommunikative Austausch, die Erkenntnis von multiplen Perspektiven sowie die Reflexion des Gelernten lernförderliche Elemente sind und verstärkt zum „Output“ beitragen können. Das Lernen in Gruppen, z.B. durch Projektarbeit, soll entsprechende Prozesse unterstützen. Die Vorteile des Gruppenlernens finden sich natürlich auch in der Anwendung von Web 2.0 wider. Beim Lernen in Netzen bzw. Netzwerken entsteht Wissen im sozialen Kontext, „findet nicht ausschließlich im Kopf des Lernenden statt, sondern basiert auf gemeinsamen Aktivitäten“ (ebd.).

Voraussetzung für das Lernen in Gruppen ist die Kooperationsbereitschaft. Studierende müssen Mut zur Kooperation beweisen, da sie es eventuell nicht gewohnt sind, gemeinsam zu lernen. Dies kann unterschiedliche Gründe haben: Es wird nicht von den Lehrenden gefördert, es steht in Diskrepanz zu den vorherrschenden Prüfungsformen (vgl. Reinmann-Rothmeier & Mandl 2001, 636), oder die Studierenden haben bereits eine Abneigung gegenüber dieser Lernform aufgrund von schlechten Erfahrungen in der Schule zum Beispiel. Unter Mut zur Kooperation verstehen wir die Bereitschaft, gemeinsam Lernziele zu entwickeln, den Weg dorthin zu organisieren, sich über Lernerfolge und -misserfolge auszutauschen und diese zu reflektieren, Konflikte zu bewältigen und entsprechend auch den Mut zur Hilfsbedürftigkeit sowie zum Fehler machen zu haben.

Die Web2.0 Praxis zeigt, dass es hier noch Entwicklungsbedarf gibt:

„Tendenziell klappt der Austausch von Informationen gut – dies sind die Studierenden gewohnt und passt in ihr Bild von Universität. Komplizierter wird es, sobald Reflexions- und Gruppenaustauschprozesse angestoßen werden sollen.“ (Sandra Hofhues)

Da es sich hier um komplexe soziale Vorgänge handelt, ist es vielleicht auch nötig, sich mit Blended Learning Szenarien zu behelfen. In Präsenz können sich Studierende, so unsere Vermutung, besser über Schwierigkeiten austauschen als über das Internet.

„Im Seminar läuft [die Zusammenarbeit] prima, wengleich es ein Blended-Learning-Szenario ist und so die Zusammenarbeit nicht ausschließlich über das Wiki läuft.“ (Oliver Tacke)

Darüber hinaus wird auch vorgeschlagen, die Gruppenarbeit stärker zu begleiten bzw. Vorgaben zu machen – auch mit dem Bewusstsein, das selbstorganisierte Lernen dadurch einzuschränken.

Ich gebe kleinschrittige Ziele vor, die die selbstständige Entfaltung zwar etwas behindern, aber einen durchgehenden Arbeitsfluss garantieren.“ (Sarah Niemeier)

Andererseits gibt es auch neu erlebte Hochgefühle bei den Studierenden, da sie sich in der Gruppe gut aufgehoben fühlen:

„[Ich empfand die Zusammenarbeit als] Sehr positiv, es stellte sich bei mir schnell das Gefühl von „in einem Boot sitzen“ ein.“ (Svenja Vozenilek)

Auch Lehrende müssen Mut zur Kooperation beweisen. Dadurch, dass sie sich auf methodisches Neuland begeben, ist es für sie sinnvoll, sich von der lehrendenorientierten Haltung abzuwenden und sich mehr als gleichberechtigte Partner/innen der Studierenden zu betrachten. Sie geben zwar möglicherweise impulsgebenden Input, jedoch spiegeln sie im Diskurs „nur“ eine der vielen Sichtweisen wider, die im Netzwerk ausgetauscht werden. Hier könnte man auch von einem gewissen Mut zum Loslassen sprechen. Luka Peters nennt es Flexibilität, die den Lehrenden abverlangt wird:

„Partizipatorisches Lehren und Lernen verlangt nach mehr Flexibilität (besonders der Lehrenden), denn durch die forcierte selbstgesteuerte Zusammenarbeit der Lernenden können neue Situationen im Seminar entstehen, z.B. unerwarteter Diskussionsbedarf, unvorhergesehene technische Schwierigkeiten etc.“

Quellen

Berendt, B. (1999). Academic Staff Development in Europe – Relevance, Types of Programmes and Suggestions for Discussion. In UNESCO (Ed.), Vol. Vol. IV. World Conference on Higher Education. Higher Education in the 21st Century. Vision and Action. Higher Education Staff Development: A Continuing Mission (pp. 30–40). Paris.

Berendt, B. (2002). “The Shift from Teaching to Learning” – Unterstützung durch hochschuldidaktische Weiterbildungsveranstaltungen auf institutioneller, nationaler und internationaler Ebene. In J. Asdonk & L. Huber (Eds.), Blickpunkt Hochschuldidaktik: Vol. 109. Bildung im Medium der Wissenschaft. Zugänge aus Wissenschaftspropädeutik, Schulreform und Hochschuldidaktik ; Festschrift zur Emeritierung von Ludwig Huber. Dr. nach Typoskript. (pp. 175–185). Weinheim: Dt. Studien-Verl.

Erpenbeck, J., & Sauter, W. (2007). Kompetenzentwicklung im Netz: New Blended Learning mit Web 2.0. Köln: Luchterhand.

Reinmann-Rothmeier, G., & Mandl, H. (2001). Unterrichten und Lernumgebungen gestalten. In A. Krapp & B. Weidenmann (Eds.), Pädagogische Psychologie. Ein Lehrbuch. 4., vollst. überarb. Aufl. (pp. 601–646). Weinheim: Beltz PVU.

Wildt, J. (2006). Vom Lehren zum Lernen. Zum Wandel der Lernkultur in modularisierten Studienstrukturen. In B. Berendt (Ed.), Raabe – nachschlagen, finden: . Neues Handbuch Hochschullehre. : Lehren und Lernen effizient gestalten. 2. Aufl. (pp. A 3.1). Stuttgart: Raabe.





Praxisbericht Web 2.0-Einsatz: Oliver Tacke

18 06 2010

(Dieser Praxisbericht von Oliver Tacke darf gerne kommentiert und diskutiert werden.)

Welche Web 2.0-Anwendung(en) haben Sie bereits in einer oder mehrerer Ihrer Lehrveranstaltungen eingesetzt?

Wirklich eingebunden habe ich nur ein Wikis und war beim Probeeinsatz von Twitter zumindest irgendwie involviert.

Wie haben Sie diese Anwendung in Ihrer Veranstaltung eingesetzt? Wie kam es zu dieser Entscheidung?

In einem Seminar wird derzeit ein Wiki eingesetzt, in dem die Studierenden gruppenweise öffentlich ihre Seminararbeiten verfassen. Die Idee, so wie ich sie kenne, stammt ursprünglich von Christian Spannagel, und ich wollte das einfach auch einmal ausprobieren.

Wie haben Sie das, was Sie mit der/den Web 2.0-Anwendung(en) umgesetzt haben, vorher in der Veranstaltung bearbeitet?

???

Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit den Studierenden über Web 2.0-Anwendungen empfunden?

Im Seminar läuft es bisher prima, wenngleich es ein Blended-Learning-Szenario ist und so die Zusammenarbeit nicht ausschließlich über das Wiki läuft.

Welches Feedback haben Sie von den Studierenden zum kollaborativen Arbeiten im Web in Ihrer Lehrveranstaltung erhalten?

Bisher: Die Einarbeitung in die Handhabung sei jedenfalls recht einfach – bis auf die Erstellung von Tabellen. Für das gemeinsame Erstellen von Arbeiten sei die Nutzung eines Wikis eine gute Idee, auch weil der Betreuer so zwischendurch immer mal drüberschauen kann.

Welche Vorteile haben sich aus der partizipativen Mitarbeit der Studierenden in Ihrer Lehrveranstaltung ergeben? Welchen Mehrwert sehen Sie für die Studierenden und/oder für sich? Welche Nachteile?

+ sinnvolles Werkzeug zur kollaborativen Erstellung von Texten
+ methodische Erfahrung im Web 2.0 (Wert an sich?)
+ kein Versionswirrwarr
+ Input von außen möglich, ermöglicht transdisziplinäres Arbeiten
+ Betreuer kann sehr einfach den gesamten Erstellungsprozess der Arbeit begleiten und nicht nur das Resultat begutachten; ggf. frühzeitiges Eingreifen möglich
+ erhöhte Motivation gerade dann, wenn Input von außen kommt – kein Schreiben „für die Schublade“
+ Plagiarismusgefahr könnte sinken – wer will sich schon öffentlich erwischen lassen
+ Lehrenden können im Prinzip drei Stufen abschreiten, je nach Erfahrung und Einstellung zur Grundidee (1. geschlossenes Wiki, sonst nichts anders als bei „klassischen Seminaren“; 2. zusätzlich den Prozess begleiten; 3. Wiki öffentlich mit Input von außen)

– Input von außen muss auch angeregt werden, von allein passiert da nichts; Betreuer muss über ein entsprechendes Kontaktnetz oder viel „Werbung“ machen
– Lehrender sollte natürlich Erfahrung mit Wikis haben
– Gefahr, aller Input kommt von außen und andere schreiben mehrheitlich die Arbeit (konnte aber bisher keinesfalls bestätigt werden, siehe „Werbeproblem“ oben)
– Könnte sehr viel Arbeit sein, wenn man sich sehr in den Begleitungsprozess reinhängt (kann aber jeder Dozent flexibel für sich entscheiden)

Welche Konsequenzen ziehen Sie selbst aus den von Ihnen gemachten Erfahrungen? Welche Verbesserungsmöglichkeiten sehen sie?

Klappt sehr gut, würde ich wieder so machen. Eventuell noch weitere Betreuer ins Boot holen, da man dann den Entstehungsprozess besser begleiten kann, aber den kann jeder, wie gesagt, flexibel steuern.

Welche unterstützenden Maßnahmen beim Einsatz von Web 2.0-Anwendungen wünschen Sie sich? (Hiwis, Anleitungen, Beratung..)

Ich wäre fit 🙂

Welche zukünftigen Einsatzmöglichkeiten können Sie sich (konkret) für Ihre Lehrtätigkeit vorstellen? Wohin geht Ihrer Meinung nach die Gesamttendenz?

Ist prinzipiell unabhängig vom Fach, sollte also auch auf andere Veranstaltungen übertragbar sein. Kann man eventuell auch in Vorlesungen oder Übungen einbauen (gemeinsam zunächst Themen bearbeiten und dann von den Studierenden vorstellen lassen).

Welche Fähigkeiten müssen die Studierenden mitbringen, um Web 2.0 für ihr Studium gewinnbringend einzusetzen? Welche Fähigkeiten benötigen sie selbst?

Die Studierenden konnten sich problemlos die Bedienung des Wikis selbst aneignen. Allgemein: Potenziale erkennen, die im Web 2.0 stecken – selbst Inhalte produzieren, Wissen mit anderen teilen und neues konstruieren und dabei selbst lernen. Setzt aber sicher oft eine Einstellungsänderung der Lehrenden voraus.





Praxisbericht Web 2.0-Einsatz: Sandra Hofhues

16 06 2010

(Dieser Praxisbericht von Sandra Hofhues darf gerne kommentiert und diskutiert werden.)

Welche Web 2.0-Anwendung(en) haben Sie bereits in einer oder mehrerer Ihrer Lehrveranstaltungen eingesetzt?
– Weblogs
– Twitter
– Podcasts
– E-Portfolios
– Social Bookmarking

Wie haben Sie diese Anwendung in Ihrer Veranstaltung eingesetzt? Wie kam es zu dieser Entscheidung?
Man muss sicher nach den Tools unterscheiden; Weblogs dienen in meinen Seminaren zur Reflexion von Einzel-, vor allem aber Gruppenarbeitsprozessen und auch zur Dokumentation von Lernergebnissen. Twitter dient bei mir vorwiegend dazu, rasch zu informieren, vor allem passende Links zu verbreiten. Mitunter wird soziale Präsenz über Twitter gezeigt, d.h. Studierende werden durch mich als Dozentin motiviert (gelobt, unterstützt etc.). Podcasts dienen dazu, Lernergebnisse „einmal anders“ aufzubereiten; sie können audio- oder auch videobasiert sein. E-Portfolios werden bei uns im Begleitstudium Problemlösekompetenz eingesetzt, um Lernerfahrungen zu sammeln, zu dokumentieren und schließlich auch zu bewerten. Ein Teil des E-Portfolios ist dabei öffentlich. Social Bookmarks nutze ich als digitale Reader für meine Lehrveranstaltungen, da die meisten Quellen inzwischen über das Web verfügbar sind (ich lehre viel zu Web 2.0, da liegt das nahe).

Wie haben Sie das, was Sie mit der/den Web 2.0-Anwendung(en) umgesetzt haben, vorher in der Veranstaltung bearbeitet?
Da die Tools meist zur Unterstützung des Lernprozesses dienen, werden die Studierenden sehr gezielt auf den Medieneinsatz vorbereitet – und zwar in der Präsenzsituation mit der Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit den Studierenden über Web 2.0-Anwendungen empfunden?
Die Zusammenarbeit verhält sich von Seminar zu Seminar unterschiedlich und auch die Tools „funktionieren“ unterschiedlich gut. Tendenziell klappt der Austausch von Informationen gut – dies sind die Studierenden gewohnt und passt in ihr Bild von Universität. Komplizierter wird es, sobald Reflexions- und Gruppenaustauschprozesse angestoßen werden sollen. Hierin wird zunächst kein Sinn gesehen bzw. es ist erhebliches Eingreifen durch Lehrende/Tutoren notwendig.

Welches Feedback haben Sie von den Studierenden zum kollaborativen Arbeiten im Web in Ihrer Lehrveranstaltung erhalten?
Die meisten Studierenden stehen dem Einsatz von Web 2.0-Tools sehr kritisch gegenüber; nur wenige melden zurück, dass sie auf neue Recherchewege gestoßen sind oder mehr als in klassischen Seminaren von der Lehrveranstaltung „mitnehmen“. Selten, aber doch immer mal wieder kommt es vor, dass die Studierenden fortan Tools in anderen Veranstaltungen nutzen wollen (z.B. Blogs).

Welche Vorteile haben sich aus der partizipativen Mitarbeit der Studierenden in Ihrer Lehrveranstaltung ergeben? Welchen Mehrwert sehen Sie für die Studierenden und/oder für sich? Welche Nachteile?
Aus meiner Sicht liegt ein Vorteil darin, dass sich der Aufwand für die Bearbeitung von Fragestellungen für die Studierenden verteilt; für die Lehrenden wird es erleichtert, Lernprozesse (ggü. -ergebnissen) zu bewerten. Außerdem können insbesondere Projektarbeiten optimal durch E-Learning begleitet werden.

Welche Konsequenzen ziehen Sie selbst aus den von Ihnen gemachten Erfahrungen? Welche Verbesserungsmöglichkeiten sehen sie?
Aus meiner Sicht ist es wichtig, immer mit den Studierenden in engem Kontakt zu sein und sich mit ihnen über Sinn und Unsinn bestimmter Werkzeuge auszutauschen. Auf diese Weise fällt es einem leichter, die eigenen Vorstellungen mit denen der Studierenden abzugleichen. Wichtig ist mir zudem, die Studierenden über die Öffentlichkeit bestimmter Tools aufzuklären, damit sie diese entsprechend (vorsichtig) nutzen.

Welche unterstützenden Maßnahmen beim Einsatz von Web 2.0-Anwendungen wünschen Sie sich? (Hiwis, Anleitungen, Beratung..)
Da ich mich einigermaßen gut mit Web 2.0-Anwendungen auskenne, benötige ich nur manchmal technischen Suppport bzw. entsprechende Serverplätze.

Welche zukünftigen Einsatzmöglichkeiten können Sie sich (konkret) für Ihre Lehrtätigkeit vorstellen? Wohin geht Ihrer Meinung nach die Gesamttendenz?
In meinen Lehrveranstaltungen sind E-Learning-Elemente fester Bestandteil. Allerdings sehe ich nicht, dass dies abseits unserer Insel (Institut für Medien und Bildungstechnologie/Universität Augsburg) bereits etabliert wäre. Hier ist viel Überzeugungsarbeit nötig, die sicher noch Jahre braucht, um entsprechende Werkzeuge für den Einsatz in der Lehre zu etablieren.

Welche Fähigkeiten müssen die Studierenden mitbringen, um Web 2.0 für ihr Studium gewinnbringend einzusetzen? Welche Fähigkeiten benötigen sie selbst?
Studierende sind in der Regel technisch gut in der Lage, bestimmte Tools zu benutzen. Sie benötigen zwar, wie fast alle, kurze Einführungen, können sich „den Rest“ dann aber selbst beibringen. Wichtiger scheint mir, dass die Studierenden lernen, kritisch mit der Öffentlichkeit und den eigenen Daten umzugehen. Unter welchen Bedingungen die Werkzeuge „gewinnbringend“ sind, kann man wohl nur auf Individualebene sagen. Vermutlich spielt eine Rolle, inwiefern die Studierenden intrinsisch und auch extrinsisch zum Einsatz motiviert sind/werden. Ich selbst versuche, nicht stehen zu bleiben, d.h. mich ständig über neue Entwicklungen im E-Learning auf dem Laufenden zu halten und gleichzeitig den Mut zu bewahren, permanent neue Werkzeuge auszuprobieren (auch auf die Gefahr hin, hin und wieder mit dem Medieneinsatz zu scheitern).