Der Artikel ist eingereicht!

23 11 2010

Die Meldung  kommt hieri m Blog etwas verspätet – Ihr wisst ja, an einer Hochschule gibt es immer etwas Wichtiges zu tun, und da ist das leider ein wenig nach hinten gerutscht auf der Liste mit den (wichtigen) Dingen, die auch noch zu tun sind.

Wir haben unseren Artikel pünktlich eingereicht und erhalten nun laut Rückmeldung im Dezember Nachricht darüber, ob er angenommen wird. Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei allen Mitschreibenden bedanken, die natürlich auch im Artikel erwähnt werden. Ohne Euch wäre der kollaborative Artikel nicht zustandegkommen!





Virtual Classrooms – Can you hear me?

21 07 2010

(oder: Während Caro im Urlaub ist, mal zu etwas anderem…)

Da man in letzter Zeit immer mehr von den Webinaren, Virtual Classrooms, Online-Seminars oder -Lectures (Anglizismen lassen grüßen!) überhäuft wird, habe ich mich gerade mal wieder gefragt, wie die Qualität denn so inzwischen ist. Alle paar Monate teste ich das eine oder andere aus, aber so wirklich einwandfrei funktionierte bislang nichts. Jedenfalls nicht, wenn es um die Krönung der Szenarien geht: Audio, Video, Desktop Sharing mit bewegtem Bild. Auch sonst denke ich bei manchen Systemen, dass ich es niemandem zutrauen könnte, seine Technik für die Teilnahme ganz ohne persönliche Hilfe vor Ort einzurichten.

Gerade eben habe ich ein Webinar entnervt verlassen, weil der blecherne Ton der Sprecherin nach einer halben Stunde irgendwann unerträglich wird (bei 35 Teilnehmern). Währenddessen habe ich kurz recherchiert, was denn gerade so uptodate ist: AdobeConnect, WebEx, GoToWebinar und Spreed. Mit den ersten drein habe ich so meine Problemchen. Bei letzterem habe ich mich vor ein paar Jahren mal angemeldet und fand es sehr vielversprechend. Jetzt würde ich es gern noch mal testen.

Hat jemand von Euch Lust, einmal per Spreed zu konferieren und die Funktionen auszuloten? 3 Personen gehen ja kostenlos. Wenn’s mehr sind, wäre es sicherlich überlegenswert, in eine Sitzung zu investieren, um diese für zukünftige Vorhaben (z.B. im Rahmen von campuseducation, der Schwester von campusemerge) zu testen. Zeitraum August/September. Freiwillige bitte in den Kommentarbereich 🙂





Ein Telegramm von der ICED Barcelona

29 06 2010

Heut ist der zweite Tag der ICED (International Consortium of Educational Development) in Barcelona. Mir (Thu) sind bislang zwei Aspekte aufgefallen, die E-Learning betreffen:

  1. Es ist kaum präsent. Von ca. 300 Vorträgen gibt es ca. eine Hand voll zum Thema ICT in teaching and learning. –> Das spiegelt wohl auch unsere Vermutung wider, dass Hochschuldidaktik/-entwicklung und E-Learning nicht wirklich gut verzahnt sind.
  2. Es gibt diverse Programme zur Qualifizierung der Lehrenden in diesem Bereich, aber diese sind größtenteils tatsächlich noch in den Anfängen. Mit anderen Worten, wir (also die Supportstellen mit den aktuellen Programmen) stehen dem in nichts nach und gehören sogar eher zur innovativen Fraktion.

Aufatmen und lieber auch mal auf Englisch publizieren.





Artikel über Web 2.0 mit Web 2.0 verfassen – und mit Euch!

14 06 2010

Wie sich in der Diskussion um unseren letzten Blogpost gezeigt hat, sind die Erwartungen und Erfahrungen unter Lehrenden, Studierenden und E-Learning-„Unterstützern“ sehr unterschiedlich. Passend wie die Faust aufs Auge fiel zu diesem Thema der Call for Papers der Zeitschrift MedienPädagogik in die Hände. Einreichen soll man Artikel zum Thema „Partizipationschancen im Kulturraum Internet nutzen und gestalten –Das Beispiel Web 2.0„.

Nun ist über das Thema Web 2.0 sowohl im Hochschulkontext als auch in anderen Zusammenhängen schon viel geschrieben worden – und darum möchten wir mit Eurer Hilfe einen Artikel einreichen, der Web 2.0 nicht nur thematisiert, sondern auch beinhaltet. Denn was könnt näher am Thema sein, als einen Artikel zum Thema Web 2.0 mit Web 2.0-Möglichkeiten zu erarbeiten?
Unser konkreteres Thema ist (natürlich) der Einsatz von Web 2.0 im Hochschulkontext, genauer:

Praxiserfahrungen mit Partizipation im Netz im Hochschulkontext

und daraus folgend: hemmende und förderliche Faktoren für die Realisierung des Web 2.0-Einsatzes im Hochschulkontext sowie die dafür erforderlichen Kompetenzen. Das bedeutet, dass wir einerseits eine theoretische Fundierung in diesem Artikel haben, aber auch Praxiserfahrungen von Lehrenden und Studierenden unterschiedlicher Fachrichtungen sowie E-Learning-Einrichtungen einbeziehen möchten. Schön wäre es natürlich, wenn sich eine bunte Mischung aus diesen Personen- und auch Fachgruppen ergeben würde – wir freuen uns über jeden, der mitmachen möchte!

Was genau haben wir vor – und wie?

Wir möchten in diesem Blog unseren Artikel schreiben – und ihr spielt die wichtigste Rolle dabei.  Das alles soll in mehreren Schritten geschehen.

Schritt 1 – ab sofort:
Los geht es mit dem Sammeln von Praxiserfahrungen. Teilt uns Eure Praxiserfahrungen mit Web 2.0-Einsatz in der Hochschule aus Lehrenden- oder Studierenden- oder Beratersicht mit, indem Ihr Euch an den für Euch relevanten Leitfragen weiter unten orientiert und einen Kommentar zu diesem Artikel verfasst. Wir arbeiten parallel am „Theorieteil“ des Artikels, den wir ebenfalls zur Diskussion stellen.

Schritt 2 – ab sofort:
Eure Berichte stellen wir als jeweils eigenen Blogbeitrag mit Verweis auf Euren Namen (je nach Wunsch Euren echten oder Euren Alias-Namen) unter der Kategorie „Praxisberichte“ hier in unseren Blog ein. So können die anderen Blogleserinnen und Blogleser Rückfragen stellen, kommentieren und diskutieren.

Schritt 3 – [tba]:
Wir sortieren und strukturieren Eure Beiträge und fassen Sie in Unterkategorien zusammen. Anschließend sind die Autoren der ursprünglichen Beiträge dazu aufgerufen, aufgrund der gesammelten Fragen, Kommentare und Diskussionen zu Ihren Beiträgen diese zu verändern oder zu ergänzen.

Schritt 4 – [tba]:
Wir stellen den Artikel zusammen und reichen ihn ein. Natürlich werden alle Mit-Autorinnen und -Autoren entsprechend namentlich genannt und gewürdigt, es sei denn, sie möchten das nicht.

Unsere erste Bitte an Euch ist also: Verfasst einen Text, in dem Ihr Eure Erfahrungen mit Web 2.0 im Hochschulkontext beschreibt und erläutert. Pickt Euch dazu die entsprechenden Leitfragen, die für eure Personengruppe passen, heraus. Tragt die Information auch weiter und bittet Euch bekannte Lehrende oder Studierende, sich zu beteiligen – denn Web 2.0 lebt bekanntlich vom Mitmachen!

Leitfragen

– für Lehrende

  • Welche Web 2.0-Anwendung(en) haben Sie bereits in einer oder mehrerer Ihrer Lehrveranstaltungen eingesetzt?
  • Wie haben Sie diese Anwendung in Ihrer Veranstaltung eingesetzt? Wie kam es zu dieser Entscheidung?
  • Wie haben Sie das, was Sie mit der/den Web 2.0-Anwendung(en) umgesetzt haben, vorher in der Veranstaltung bearbeitet?
  • Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit den Studierenden über Web 2.0-Anwendungen empfunden?
  • Welches Feedback haben Sie von den Studierenden zum kollaborativen Arbeiten im Web in Ihrer Lehrveranstaltung erhalten?
  • Welche Vorteile haben sich aus der partizipativen Mitarbeit der Studierenden in Ihrer Lehrveranstaltung ergeben? Welchen Mehrwert sehen Sie für die Studierenden und/oder für sich? Welche Nachteile?
  • Welche Konsequenzen ziehen Sie selbst aus den von Ihnen gemachten Erfahrungen? Welche Verbesserungsmöglichkeiten sehen sie?
  • Welche unterstützenden Maßnahmen beim Einsatz von Web 2.0-Anwendungen wünschen Sie sich? (Hiwis, Anleitungen, Beratung..)
  • Welche zukünftigen Einsatzmöglichkeiten können Sie sich (konkret) für Ihre Lehrtätigkeit vorstellen? Wohin geht Ihrer Meinung nach die Gesamttendenz?
  • Welche Fähigkeiten müssen die Studierenden mitbringen, um Web 2.0 für ihr Studium gewinnbringend einzusetzen? Welche Fähigkeiten benötigen sie selbst?

– für Studierende

  • Welche Web 2.0-Anwendungen haben Sie bereits im Rahmen Ihres Studiums verwendet? Welche wurden in einer/mehrerer Ihrer Lehrveranstaltungen eingesetzt?
  • Wie und wofür wurden die Web 2.0-Anwendungen in den Lehrveranstaltungen eingesetzt?
  • Welche Hilfen erhielten Sie?
  • Wie haben sie die Zusammenarbeit mit Lehrenden und wie mit anderen Studierenden und den/dem Lehrenden mittels der Web 2.0-Werkzeuge empfunden?
  • Welche weiteren Einsatzmöglichkeiten sehen Sie für Web 2.0-Werkzeuge in Lehrveranstaltungen ihres Fachgebiets? Was würden Sie sich für Ihr Studium wünschen?
  • Welchen Mehrwert hat Ihnen der Einsatz von Web 2.0 in Lehreranstaltungen schon gebracht/welchen potentiellen Mehrwert sehen sie für sich und ihre Kommilitonen, aber auch für die Lehrenden?
  • Welche Fähigkeiten benötigen die Lehrenden, um Web 2.0-Anwendungen in ihrer Lehre gewinnbringend einzusetzen? Welche Fähigkeiten benötigen Sie als Studierende?

– für MitarbeiterInnen in E-Learning-Einrichtungen

  • Welche Web 2.0-Anwendungen werden an Ihrer Hochschule bereits eingesetzt?
  • Für was und in welchem Zusammenhang (Lehre, Zusammenarbeit in der Verwaltung…) werden diese Anwendungen eingesetzt?
  • Welches Unterstützungsangebot beim Einsatz von Web .20 in der Lehre oder im Studium bieten Sie Lehrenden und Studierenden an Ihrer Hochschule an? (Beratung, Hilfen, Screencasts…)
  • Welche Anfragen/Nachfrage und welches Feedback erhalten Sie von Lehrenden und Studierenden bezüglich der Nutzung von Web 2.0 im Hochschulleben?
  • Welche Erfahrungen haben Sie bei der Zusammenarbeit mit Lehrenden, welche bei der Zusammenarbeit mit Studierenden während des Einsatzes von Web 2.0-Anwendungen?
  • Welche Fähigkeiten müssen Lehrende mitbringen/erwerben, welche Studierende, um Web 2.0 im Hochschulalltag sinnvoll einsetzen zu können?




Wie kommt das E-Learning in die Hochschule?

8 06 2010

Anlass für diesen Artikel ist eine Diskussion, die sich in/über Twitter entwickelte. Ein Student schrieb dort, er wünsche sich mehr Web 2.0 an seiner Uni. Auf meine Nachfrage, ob er gerne mehr über Web 2.0 hören möchte oder gerne in seinen Veranstaltungen und digitalen Hochschulangeboten mehr Web 2.0-Möglichkeiten wünsche, ergänzte sogleich ein Kollege von mir die Frage „oder beides?“. Daraus entspann sich eine rege Diskussion unter – zunächst – uns dreien, für die die Twitter-140-Zeichen-Postings schnell nicht mehr ausreichten. Passenderweise erschien heute auf SpiegelOnline ein Beitrag zum Thema digitales Studium (siehe unten) – daher ist der folgende Beitrag gleich doppelt aktuell, wenn auch doch ein alter Hut..

Eine Frage, die uns immer wieder beschäftigt, ist: Wie kommt das E-Learning eigentlich in die Hochschule? Oder, um uns mal ketzerisch und ins eigene Fleisch schneidend zu fragen: Wer will und braucht E-Learning-Angebote eigentlich? (Bei dieser Gelegenheit fällt wieder einmal auf, dass wir den Begriff E-Learning eigentlich nicht gerne verwenden – aber zu diesem Thema werden wir in naher Zukunft unsere Überlegungen hier ins Blog stellen, das würde jetzt den Rahmen sprengen.) Wir stellen zunächst also die Frage nach der Henne und dem Ei – was war zuerst da? Ein Bedarf von Seiten der Studierenden, der doch recht häufig an uns herangetragen wird, oder ein Angebot zur Lehr- und Lernunterstützung, das angenommen und weitergetragen wird?

These 1:
Studierende wissen zu wenig über die Möglichkeiten, die Online-Lernangebote Ihnen eigentlich bieten (könnten). Gleichzeitig sind sie als Gruppierung nicht die Digital Natives, für die wir sie gerne halten.
Immer wieder zeigt sich, dass die Studierenden als Zielgruppe von E-Learning-Angeboten und -Unterstützung/Support wenig berücksichtigt werden. Dabei sind sie die eigentliche „Kundschaft“ der Angebote. Lehrende setzen zwar die Angebote um, aber betroffen sind doch letztendlich die Studierenden. Die gehen aber ihrerseits mit den Möglichkeiten der inzwischen nicht mehr „neuen Medien“ nicht so selbstverständlich um, wie wir ihnen gerne unterstellen. Das zeigt sich immer wieder in Gesprächen mit Studierenden selbst, aber auch mit engagierten Lehrenden, die dies ebenfalls wahrnehmen.

These 2:
Lehrende haben oft Angst vor Mehrarbeit oder Überforderung, die Ihnen durch den Einsatz von Online-Bausteinen in Ihrer Lehre entstehen könnte. Sie haben maximal Grundkenntnisse über die vorhandenen Techniken, die aber nicht ausreichen – didaktische Beratung und Unterstützung sind notwendig. Andererseits sind viele Möglichkeiten unbekannt und E-Learning wird als „großes Unbekanntes“ und damit eher als bedrohlich statt als nützlich wahrgenommen.

Das ist sicherlich auch durch die Rasanz bedingt, mit der sich „das Internet“ und die Möglichkeiten digitaler Lehr- und Lernunterstützung weiterentwickeln.

These 3:
Studierende haben Bedarfe – die ganz sicher noch genauer unter die Lupe genommen werden müssen als bisher, damit wir ihnen nicht Anforderungen in den Mund legen, die gar nicht vorhanden sind.
Wenn Studierende diese Bedarfe artikulieren und transparent machen können und Lehrende nicht nur technisch, sondern auch didaktisch unterstützt werden, kann E-Learning an Hochschulen erfolgreich sein.
Es kann und soll nicht darum gehen, überall und immer Medien einzusetzen, sondern die Möglichkeiten, die vorhanden sind, zielgerichtet und angemessen einzusetzen. Dass nicht nur Lehrende, sondern auch Studierende sich manchmal durch das „digitalen Zeitalters“ überfordert fühlen, zeigt der aktuelle SpiegelOnline-Beitrag zum Thema „Kritische Blicke auf das digitale Studium“.

These 4:
Das Grundproblem besteht aber nicht nur in mangelnder Information und Kommunikation auf beiden Seiten, sondern auch in einer Geringschätzung der Lehrtätigkeit.
Und hier stoßen wir auf ein Grundproblem: Die Wertschätzung von Bildung im Allgemeinen. Damit würden wir ein Riesenfass aufmachen – aber eine Rolle spielt das trotzdem.

–> Zurück zur Grundfrage: Wie kommt das E-Learning denn nun in die Hochschule? Ist es letztendlich doch nur eine Frage der Unterstützung? Sind am Ende die Entscheidungen der Hochschulleitungen von größerer Wichtigkeit als die Bedarfe der Studierenden? Sind die Bedarfe überhaupt vorhanden? Und: Sind Unis nicht auch Service-Dienstleister, auch wenn Sie sich nicht so sehen? Was macht es so schwer, sich nach den Bedarfen der Kunden zu richten – was jede Unternehmen über kurz oder lang tun müsste, um zu überleben?

Entgegen dem Eindruck, den der Spiegel-Artikel vielleicht vermittelt, ist ein sinnvoller Einsatz digitaler Medien an der richtigen Stelle durchaus möglich  – man muss vielleicht nur nicht in solchen Extremen denken.