Virtual Classrooms – Can you hear me?

21 07 2010

(oder: Während Caro im Urlaub ist, mal zu etwas anderem…)

Da man in letzter Zeit immer mehr von den Webinaren, Virtual Classrooms, Online-Seminars oder -Lectures (Anglizismen lassen grüßen!) überhäuft wird, habe ich mich gerade mal wieder gefragt, wie die Qualität denn so inzwischen ist. Alle paar Monate teste ich das eine oder andere aus, aber so wirklich einwandfrei funktionierte bislang nichts. Jedenfalls nicht, wenn es um die Krönung der Szenarien geht: Audio, Video, Desktop Sharing mit bewegtem Bild. Auch sonst denke ich bei manchen Systemen, dass ich es niemandem zutrauen könnte, seine Technik für die Teilnahme ganz ohne persönliche Hilfe vor Ort einzurichten.

Gerade eben habe ich ein Webinar entnervt verlassen, weil der blecherne Ton der Sprecherin nach einer halben Stunde irgendwann unerträglich wird (bei 35 Teilnehmern). Währenddessen habe ich kurz recherchiert, was denn gerade so uptodate ist: AdobeConnect, WebEx, GoToWebinar und Spreed. Mit den ersten drein habe ich so meine Problemchen. Bei letzterem habe ich mich vor ein paar Jahren mal angemeldet und fand es sehr vielversprechend. Jetzt würde ich es gern noch mal testen.

Hat jemand von Euch Lust, einmal per Spreed zu konferieren und die Funktionen auszuloten? 3 Personen gehen ja kostenlos. Wenn’s mehr sind, wäre es sicherlich überlegenswert, in eine Sitzung zu investieren, um diese für zukünftige Vorhaben (z.B. im Rahmen von campuseducation, der Schwester von campusemerge) zu testen. Zeitraum August/September. Freiwillige bitte in den Kommentarbereich 🙂





Praxisbericht Web 2.0-Einsatz: Sarah Niemeier

14 07 2010

Welche Web 2.0-Anwendung(en) haben Sie bereits in einer oder mehrerer Ihrer Lehrveranstaltungen eingesetzt?
– Wiki
– Screenrecording-Werkzeuge – für Lern-Tutorials (selbst erstellt)
– StudIP

Wie haben Sie diese Anwendung in Ihrer Veranstaltung eingesetzt? Wie kam es zu dieser Entscheidung?
Wiki: Zur Erarbeitung von Übersichtstexten zu verschiedenen Themen in einem Blended-Learning-Seminar. Zuerst wurden in Präsenzveranstaltungen Themen verteilt und Gruppen gebildet. Anschließend recherchierten die Gruppen in Eigenarbeit nach themenbezogener Literatur, die Sie während einer Online-Phasen zu einen Wiki-Artikel zusammenfassten und das Themengebiet insgesamt im Wiki aufbereiteten. Abschließend gab es eine Rückmeldephase, eine Lernphase und zum Schluss eine „Prüfungstermin“ mit den Wiki-Inhalten
Screenrecording-Werkzeuge: Mit Screen-Recording-Werkzeugen wurden von mir Tutorials erstellt, die der vertieften Auseinandersetzung mit statistischen Methoden dienen sollten. Sie wurden sozusagen nur als Zusatzmaterial in eine Veranstaltung hineingegeben.
StudIP: zur Datei-Ablage und Information über eine Veranstaltung

Wie haben Sie das, was Sie mit der/den Web 2.0-Anwendung(en) umgesetzt haben, vorher in der Veranstaltung bearbeitet?
Wiki: kurze Einführung und eigenes Experientieren mit den Funktionen im Wiki. Die theoretischen Inhalte, die später im Wiki von den Studierenden erarbeitet wurden, wurden überblicksartig kurz (10 Minuten) vorgestellt.
Die Inhalte der Screenrecording Werkzeuge (SW) wurden im Seminar theoretisch und praktisch genau erläutert, im SW dann nur zusammengefasst wiederholt. Bei den Materialien aus dem StudIP war es ähnlich

Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit den Studierenden über Web 2.0-Anwendungen empfunden?
Die Studierenden waren zunächst skeptisch, aber offen die neuen Methoden auszuprobieren. Inhalte zu erarbeiten klappt sehr gut – Interaktivität in den Aktivitäten selten, es sei den Sie ist angeleitet und sehr konkret formuliert („kommentieren Sie bis nächsten Freitag Artikel XY bezüglich Z“).
Nachteilig empfand ich, dass Studierende (offenbar aus chronischem Zeitmangel) zunächst wenig im Wiki arbeiten, und erst kurz vor Ende der Abgabefrist jeder Aufgabe exzessiv im Wiki-Artikel schreiben.

Welches Feedback haben Sie von den Studierenden zum kollaborativen Arbeiten im Web in Ihrer Lehrveranstaltung erhalten?
Positives: flexibel: keine Anwesenheitspflicht, eigenes Tempo Inhalte zu erarbeiten und zu bearbeiten, wiederholtes Lernen möglich
Negatives: wenig direkte Rückmeldung von Seiten der Studierenden und Lehrenden (Rückmeldung war meist 1-2 Tage zeitversetzt)

Welche Vorteile haben sich aus der partizipativen Mitarbeit der Studierenden in Ihrer Lehrveranstaltung ergeben? Welchen Mehrwert sehen Sie für die Studierenden und/oder für sich? Welche Nachteile?
Studierende haben aktiv Inhalte erarbeite, die dauerhaft verfügbar sind – jeder kennt sich im Wiki aus und hat aktiv daran mitgemacht – die Motivation scheint höher das Wiki als Lernplattform zu nutzen. Als Mehrwert demnach ganz klar: Inhaltlicher Bezug zu allen Themen wird größer, weil die Studierenden selber für die Inhalte und die Art der Aufbereitung verantwortlich sind – und auch Verantwortung ggü. anderen Studierenden übernehmen
Nachteilig sehe ich den sehr hohen Betreuungsaufwand auf meiner Seite: Jedes Semester könnte ich das nicht leisten, da es doch schwieriger und aufwendiger ist, die Studierenden innerhalb eines solchen Seminars zufür kurzfristige Leistungen zu aktivieren (s.o.).

Welche Konsequenzen ziehen Sie selbst aus den von Ihnen gemachten Erfahrungen? Welche Verbesserungsmöglichkeiten sehen sie?
Ich geben kleinschrittige Ziele vor, die die selbstständige Entfaltung zwar etwas behindern, aber einen durchgehenden Arbeitsfluss garantieren.

Welche unterstützenden Maßnahmen beim Einsatz von Web 2.0-Anwendungen wünschen Sie sich? (Hiwis, Anleitungen, Beratung..)
Gut strukturierte übersichtliche Internetseiten, die Angebote zusammenfassen und Support bieten würden schon reichen

Welche zukünftigen Einsatzmöglichkeiten können Sie sich (konkret) für Ihre Lehrtätigkeit vorstellen? Wohin geht Ihrer Meinung nach die Gesamttendenz?
Ich setze immer mal wieder Web 2.0-Elemente ein – wenn es inhaltlich passt, die Gruppengröße angemessen ist (wir betreuen z.T. Seminare mit 60 Leuten – da kann ich ein Tutorial hinzugeben, eine Arbeit im Wiki wäre aber meiner Einschätzung nach undenkbar) und das Medium das richtige ist um den Inhalt rüber zu bringen. Die Gesamttendenz geht meiner Meinung nach dahin, dass Web 2.0-Angebote zusätzlich zu Lehrveranstaltungen angeboten werden (z.B. als Videomitschnitte oder Audioaufzeichnungen einer Lehrveranstaltung oder als Selbststudium und Selbstprüfmedium).
Ein reines Online-Seminar mit bis zu 10 Personen fände ich mal spannend.

Welche Fähigkeiten müssen die Studierenden mitbringen, um Web 2.0 für ihr Studium gewinnbringend einzusetzen? Welche Fähigkeiten benötigen sie selbst?
Sie sollten ein gutes Zeitmanagement mit sich bringen und etappenweise arbeiten können. Dazu Aufgabenstellungen eindeutig verstehen können (im Idealfall schon Kenntnisse in einem Fach haben, dann fällt es oft leichter sich inhaltlich in dem Feld zu bewegen) und zuverlässig abgesprochene Medien (z.B. für Rückfragen etc.) nutzen. Außerdem sollten Sie mutig genug sein, die Medien ausprobieren zu wollen und Fragen zu stellen!
Ich selber muss kompetent in der Handhabe des Werkzeugs sein, hinsichtlich der Aufgabenstellung konkret und eindeutig sein und zuverlässig Feedback geben.