Mut zur Neugierde

10 09 2010

Der Einsatz von Web 2.0 in der universitären Lehre benötigt von Seiten der Lehrenden und der Studierenden Mut zur Neugierde.

Hat der Lehrende nicht den Mut, sich mit neuen Webapplikationen zu beschäftigen und auseinanderzusetzen, damit vielleicht ab und zu an die eigenen Grenzen zu stoßen (siehe auch „Mut zum Fehler-Machen“) und sich auf Neuerungen für die eigenen Kenntnisse und die eigene Lehre oder das eigene Lernen einzulassen, kann der Einsatz von Web 2.0 zum kollaborativen Lernen kaum gelingen.  Für die Lehrenden bedeutet dies, dass sie sich mit vielleicht komplett unbekannten Werkzeugen und Konzepten beschäftigen müssen, für die Studierenden, dass Sie die oftmals bekannten Web 2.0-Werkzeuge nicht nur in Ihrer Freizeit benutzen, um z.B. mit Freunden über das Internet via Skype zu telefonieren, sondern auch zum (kooperativen) Lernen.

Wir haben die Notwendigkeit des Muts zur Neugierde in verschiedenen Zusammenhängen in den Praxisberichten wiedergefunden. So nennt Sandra Hofhues sie als notwendige Fähigkeit der Lehrenden:

„Ich selbst versuche, nicht stehen zu bleiben, d.h. mich ständig über neue Entwicklungen im E-Learning auf dem Laufenden zu halten und gleichzeitig den Mut zu bewahren, permanent neue Werkzeuge auszuprobieren (auch auf die Gefahr hin, hin und wieder mit dem Medieneinsatz zu scheitern).“

Luka Peters nennt die Experimentierfreude als Fähigkeit, die Studierende mitbringen sollten:

Der Einsatz dieser Tools für die Erreichung der eigenen Lernziele ist aber noch ungewohnt. Daher ist neben einem guten Maß Experimentierfreude auch eine klare Lernzieldefinition und eine regelmäßige begleitende Evaluation dazu wichtig.

Dies fasst Oliver Tacke mit der folgenden Aussage zusammen:

“Die Studierenden konnten sich problemlos die Bedienung des Wikis selbst aneignen. Allgemein: Potenziale erkennen, die im Web 2.0 stecken – selbst Inhalte produzieren, Wissen mit anderen teilen und neues konstruieren und dabei selbst lernen. Setzt aber sicher oft eine Einstellungsänderung der Lehrenden voraus.”

Auch im studentischen Beitrag von Svenja Vozenilek findet sich die Forderung nach Mut zur Neugierde bei den notwendigen Fähigkeiten von Lehrenden und Studierenden wieder.

“Abgesehen von einer gewissen technischen Kompetenz und der Offenheit für Neues auf beiden Seiten sehe ich nichts, was jetzt Web 2.0-spezifisch wäre.”


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4 Antworten

10 09 2010
11 09 2010
Oliver Tacke

Braucht man für Neugierde wirklich Mut? Benötigt Mut zu etwas nicht eine Art Gefahr, gegen die man sich stellt?

27 09 2010
Sarah

ich finde Mut zur Neugierde ist noch zu wenig oder zu unspezifisch: ich würde eher sagen “Mut etwas Neues ausprobieren” – dann da steckt sowohl Neugier (offen auf etwas zuzugehen) als auch die Handlungskomponente (es wirklich zu machen) drin!

5 10 2010
cakruse

@ Oliver: Mut zur Neugierde bedeutet für mich wirklich, sich auf ungewohntes Terrain einzulassen. Da finde ich, dass die Formulierung von Sarah sehr gut passt: Mut, etwas Neues auszuprobieren! Danke dafür, Sarah, das differenziert unseren Blick auf die Mut-Frage noch einmal :)

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